Stromverteiler

Stromverteiler

Motivation

Aus der Praxis in der Werkstatt oder im Elektroniklabor kennt man das Problem, dass man immer zu wenig Steckdosen hat. Häufig führt dies zu einem Verhau von kaskadierten Mehrfachsteckdosen unter dem Tisch. Zieht man dort am falschen Stecker, legt man diverse Rechner lahm und dem 3D Drucker gehen während des Druckens auch noch die Lichter aus.
Deshalb bestand bei mir der Wunsch schon länger, solchen Zuständen den Gar aus zu machen und ich machte mir deshalb Gedanken über einen zentralen Stromverteiler für meine Elektronikwerkstatt. Im Weiteren überlegte ich mir, dass es sinnvoll wäre, diese Steckdosen separat abzusichern. Bei Reparatur von Elektrogeräten fliegt schnell mal die Sicherung oder der Fehlerstromschutzschalter (FI). Um dabei nicht das ganze Haus lahmzulegen integrierte ich kurzerhand eine separate Absicherung in diesen Stromverteiler.

Aufbau des Verteilers

Mechanik

Zeichnungen für die GehäuseteileDer Verteiler ist mechanisch in 19'' Bauweise gebaut und kann somit in ein entsprechendes Rack gebaut werden, welches für Mess- und Prüfgeräte sich meist eh an einem Elektroniker-Arbeitsplatz befindet. Insgesamt sind in dem 3HE hohen Gehäuse 20 Schukosteckdosen und eine CEE16 Drehstrom-Steckdose untergebracht. Ebenfalls wird der Verteiler mit einem CEE16-Stecker durch 3 Phasen mit Strom versorgt. Die Seitenteile des Gehäuses sind aus eloxiertem 1,5mm Aluminiumblech gebaut. Die Frontplatte und die Rückplatte, sowie dies beiden Deckel sind in etwas stabileren 2mm Blech ausgeführt. Verbunden wurden die Bleche durch Standard-Gehäusebauprofile (Gie-Tec Gehäuseprofil 2)

Elektrik

Blick auf die Verdrahtung des Verteilers Der elektrische Aufbau ist ähnlich gehalten wie in einem Hausanschlusskasten. Die drei eingehenden Phasen werden zuerst über den FI abgesichert und dahinter befindet sich pro Phase jeweils ein normaler B16-Sicherungsautomat. Die Steckdosen sind entsprechend der jeweiligen Phase farblich ausgeführt; L1 blau, L2 rot und L3 schwarz; Für Nullleiter und Schutzleiter gibt es entsprechende Sammelklemmen. Verdrahtet wurde der Verteiler komplett durch Litze mit einem Querschnitt von 2,5mm². Um die Sicherheit des Verteilers und die Einhaltung der VDE-0100 zu gewährleisten wurden alle Gehäusebleche jeweils mit einem eigenen Schutzleiter versehen.

Nachbau

Befestigung der Hutschiene Winkel zur Deckelstabilisierung Die Bleche müssen entweder gemäß Zeichnungen auf der Kreissäge Zugeschnitten werden, oder aber man bestell diese gleich passend online im Blechzuschnitt. Die 43mm-Bohrungen fertigt man am Bestem mit einem einstellbaren Kreisschneider für Metalle an, oder man verwendet eine passende Lochsäge. Wenn man eine Vertikalfräsmaschine sein Eigen nennen darf, dann kann hiermit sehr gut der Ausschnitt für die Sicherungsautomaten und den FI angefertigt werden. Andernfalls muss hier wohl auf eine Stichsäge und eine Feile zurückgegriffen werden. Die Sicherungen werden wie üblich auf einem Abschnitt Hutschiene eingeclipst. Die Hutschiene kann dann mit Aluminium-Rundstangen an der Frontplatte von hinten befestigt werden. Hierzu müssen in die Rundstangen-Abschnitte in die Stirnseiten jeweils Löcher gebohrt werden, in die dann ein M4-Gewinde geschnitten werden muss. Zur Befestigung der Klemmen kann auf die Rückseite der Hutschiene von FI und Sicherungen eine zweite Schiene angeschraubt werden.
Damit sich im zusammengebaut Zustand des Verteilers der Gehäusedeckel nicht eindrücken lässt, empfiehlt es sich noch, diesen mit kleinen Winkeln an der Front- und Rückplatte entsprechend etwas abzufangen. Hierzu habe ich ein kleines Druckteil designed. Hat man keinen Zugriff auf einen 3D-Drucker, sollte der Ideenreichtum des Bastlers dafür reichen, hier Alternativlösungen zu finden z.B. aus Holz oder Blech.

Downloads

Bildergalerie

 Blick auf die Sicherungen  Stromverteiler - Steckdosen Vorderseite  Stromverteiler - Steckdosen Rückseite


 Stromverteiler - Blick ins Innenleben  Stromverteiler - Blick ins Innenleben  Stromverteiler - Blick ins Innenleben



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Alle Arbeiten an elektrischen Komponenten dieses Gerätes dürfen nur von qualifiziertem Fachpersonal (Elektrofachkraft oder elektrotechnisch unterwiesene [...] Person gemäß IEC 364 und DIN EN 60204-1) vorgenommen werden. Der Autor (ShapeLabs.de) übernimmt keinerlei Gewähr für Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der Informationen, die er bereitgestellt hat.